In vielen Schaltschränken von Bestandsgebäuden hängt ein Energiezähler, dessen Datenschnittstelle nicht angeschlossen ist. Den Verbrauch lesen Sie am Display ab und tragen ihn in eine Tabelle ein.
Bei mehreren Standorten liegen Ihre Verbräuche in Excel-Tabellen und auf Zählerprotokollen. Wer wissen will, was ein Standort in den letzten drei Monaten verbraucht hat, sammelt die Zahlen aus mehreren Quellen zusammen. Energiemonitoring für mehrere Standorte beginnt bei den Zählern, die bereits hängen.
Mit jedem weiteren Standort wächst Ihr Aufwand, eine einfache Frage nach Verbrauch oder Kosten zu beantworten. Das gilt auch innerhalb eines Standorts, sobald mehrere Verteiler oder Mieteinheiten dazukommen. Abweichungen fallen im ungünstigen Fall erst in der Betriebskostenabrechnung auf, wenn sich am Verbrauch nichts mehr ändern lässt.
Hinzu kommt der Nachweisdruck. ESG-Berichte und Anfragen von Eigentümern verlangen Zahlen, die Sie vorlegen und belegen können. Um den Energieverbrauch Ihrer Liegenschaften zentral zu erfassen, müssen Sie deshalb wissen, welche Zähler Daten liefern können. Energiemonitoring ohne Hardwaretausch nutzt die Zähler im Schaltschrank weiter und liest ihre Werte zusätzlich aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Zähler mit Modbus-, M-Bus- oder KNX-Schnittstelle bleiben im Schaltschrank und werden zusätzlich ausgelesen. Wo die Schnittstelle fehlt, rüstet ioventis nach.
- Ein Gateway liest die Werte aus und überträgt sie verschlüsselt, ohne eingehende Portfreigabe. Mit ioventis Edge bleiben die Daten im Gebäude.
- Das Dashboard zeigt Verbrauch und Kosten aller Standorte nebeneinander, dazu Zeitreihen, Lastverteilung und Echtzeitwerte je Messpunkt.
- Ein Dashboard senkt keinen Verbrauch. Jemand im Team muss Abweichungen sehen und darauf reagieren.
Welche Zähler sich über Modbus, M-Bus und KNX auslesen lassen
Die Schnittstelle ist oft schon da, nur nutzt sie niemand. Viele Energiezähler in Bestandsgebäuden besitzen eine Datenschnittstelle, meist Modbus oder M-Bus, teilweise auch KNX. Wenn Sie Zähler über Modbus auslesen, bleibt das Gerät unverändert und liefert seine Werte zusätzlich zur Anzeige am Display.
Woran Sie die Schnittstelle am Zähler erkennen
Die Antwort steht oft schon am Gerät. Ob Ihr Zähler eine Schnittstelle hat, steht im Datenblatt oder auf dem Typenschild, zum Beispiel als Modbus RTU oder M-Bus. Am Gerät erkennen Sie sie an zusätzlichen Anschlussklemmen neben den Klemmen für die Messung.
Haupt- und Unterzähler auslesen
Der Hauptzähler zeigt, wie viel ein Gebäude verbraucht, aber nicht, wo. Er erfasst den Verbrauch eines Gebäudes oder Anschlusses insgesamt, Unterzähler erfassen einzelne Bereiche, Verteiler oder Mieteinheiten. Für das Auslesen kommt es bei beiden darauf an, ob der Zähler eine Datenschnittstelle besitzt. Mit Unterzählern sehen Sie, wo innerhalb eines Standorts der Verbrauch entsteht.
Anbindung und Nachrüstung
Zwischen Zähler und Gateway sitzt meist nur ein kleiner Baustein. Zähler mit serieller Schnittstelle wie Modbus RTU oder M-Bus binden wir über einen Pegelwandler an, KNX-Geräte über eine IP-Schnittstelle. Diese Komponenten planen und montieren wir mit, sie gehören zur Umsetzung in Ihrem Objekt.
Hat ein Zähler keine Schnittstelle, rüsten wir ihn nach. Welche Ihrer Zähler ohne Zusatzhardware auskommen, zeigt die Aufnahme vor Ort. Wie sich Bestandsanlagen allgemein ohne Austausch digitalisieren lassen, zeigt der Anwendungsfall Bestandsanlagen digitalisieren.
Energiemonitoring in Bestandsgebäuden mit KNX und Modbus
Zähler mit Modbus- oder M-Bus-Schnittstelle, die verbaut sind und von niemandem ausgelesen werden, begegnen uns in Bestandsgebäuden immer wieder. Im Feldeinsatz stehen Stand 2026 vor allem KNX und Modbus.
So kommen die Energiedaten vom Zähler ins Dashboard
Ihre Firewall braucht dafür keine eingehende Freigabe. Ein ioventis Gateway in Ihrem Technikraum oder Schaltschrank liest die Werte aus und überträgt sie verschlüsselt an die Plattform. Dort entsteht Ihr Dashboard für die Energiedaten aller Standorte. Ein Gerät deckt in der Regel ein Objekt ab, auch wenn dieses mehrere Technikzentralen hat.
Die Verbindung baut das Gateway selbst nach außen auf, und das Gerät ist aus dem Internet nicht erreichbar. Ihre vorhandene Steuerung bleibt unverändert, denn das Gateway erfasst und überträgt, greift aber in keinen Regelkreis ein.
Dürfen Ihre Daten das Gebäude nicht verlassen, etwa wegen einer Konzernvorgabe oder einer IT-Richtlinie, setzen wir ioventis Edge ein. Edge wertet alles im Gebäude aus, und Ihre Daten bleiben in Ihrem Netz. Beide Geräte werden identisch bedient und lassen sich später tauschen. Mehr zu beiden Geräten finden Sie bei ioventis Gateway und Edge.
In drei Schritten zur zentralen Erfassung
- Bei der Aufnahme vor Ort prüfen wir, welche Zähler eine Schnittstelle haben und was nachgerüstet werden muss.
- Die Zähler binden wir bei der Montage über Pegelwandler oder IP-Schnittstelle an das Gerät an.
- Auf der Plattform laufen die Werte aller Standorte zusammen und stehen in einer Ansicht bereit.
Energiemonitoring für mehrere Standorte im Dashboard
Statt Tabellen und Zählerprotokollen öffnen Sie eine Ansicht, und alle Standorte stehen darin. Die Funktionen im Überblick beschreibt die Seite zum Energiemonitoring im Dashboard.
Standortvergleich beim Energieverbrauch
Welcher Standort am meisten verbraucht, sehen Sie auf einen Blick. Das Dashboard stellt Verbrauch und die laufend anfallenden Kosten je Standort nebeneinander. Sie erkennen, an welchem Standort Handlungsbedarf besteht, bevor ihn die Betriebskostenabrechnung offenlegt.
Zeitreihen ohne manuellen Export
Ein Zählerstand in der Tabelle verrät nichts über den Verlauf davor. In der Detailansicht vergleichen Sie Spannung, Stromstärke und Leistung über alle Messpunkte. Die Zeitreihen zeigen Trends und Ausreißer, ohne dass Sie Daten exportieren müssen.
Lastverteilung zwischen den Zählern
Der Monatsverbrauch kann unauffällig aussehen, während einzelne Zähler ungleich belastet sind. Als Diagramm stellt das Dashboard die Lastverteilung zwischen den einzelnen Zählern dar, sodass Ungleichgewichte auffallen. Eine ungleiche Belastung kann auf Überlast an einzelnen Stellen hinweisen.
Echtzeitwerte je Messpunkt
Ein Klick auf einen Messpunkt zeigt, was dort gerade gemessen wird. Sie öffnen die Echtzeit-Telemetrie mit den aktuellen Messwerten und sehen ergänzend Geräteinformationen wie Firmware-Version und Installationsdatum. Alarme werden automatisch erfasst und angezeigt.
Energieverbrauch mehrerer Standorte vergleichen
Ein Vergleich ist nur so gut wie die Zahlen, die in ihn einfließen. Um den Energieverbrauch mehrerer Standorte zu vergleichen, brauchen Sie an jedem Standort dieselbe Art von Daten. Läuft ein Standort über Tabellen, ein zweiter über ein Leitsystem und ein dritter über Zählerprotokolle, vergleichen Sie unterschiedlich aufbereitete Zahlen und keine Messwerte.
Ein ausgelesener Zähler liefert an jedem Standort Messwerte derselben Art. Dadurch werden Abweichungen zwischen den Standorten sichtbar, ohne dass Sie vorher Daten zusammentragen.
Grenzen des Energiemonitorings und Einordnung zum GModG
Ein Dashboard allein spart keine Kilowattstunde. Jemand in Ihrem Team muss Abweichungen sehen und darauf reagieren. Zähler ohne Schnittstelle brauchen außerdem eine Nachrüstung, bevor sie Daten liefern, und das Energiemonitoring ersetzt nicht die Verbrauchsabrechnung durch Ihren Messdienstleister.
Die Verbrauchserfassung, um die es hier geht, liegt im selben Feld wie die Anforderungen aus § 56 GModG. Wie wir diese Vorgabe einordnen, steht in unserem Artikel zu § 56 GModG und der Verbrauchserfassung.
Häufige Fragen zum Energiemonitoring mehrerer Standorte
Was ist Energiemonitoring?
Energiemonitoring erfasst den Energieverbrauch laufend und stellt Verbrauch, Leistung und Kosten in einem Dashboard dar. Das manuelle Ablesen und Zusammentragen der Zählerstände entfällt.
Müssen vorhandene Zähler getauscht werden?
Nein, Zähler mit Datenschnittstelle bleiben im Schaltschrank und werden zusätzlich ausgelesen. Zähler ohne Schnittstelle rüsten wir nach.
Welche Protokolle bindet ioventis an?
Für Zähler sind das vor allem Modbus, M-Bus und KNX. Dazu kommen BACnet, DALI, OPC UA, MQTT, Matter over WLAN und Geräte mit HTTPS-Schnittstelle. Weitere Protokolle binden wir projektbezogen an.
Woran erkenne ich, ob mein Zähler eine Schnittstelle hat?
Das Datenblatt oder das Typenschild nennt die Schnittstelle, zum Beispiel Modbus RTU oder M-Bus. Am Gerät erkennen Sie sie an zusätzlichen Anschlussklemmen neben den Klemmen für die Messung.
Lassen sich Haupt- und Unterzähler auslesen?
Ja, sofern der jeweilige Zähler eine Datenschnittstelle besitzt. Ob er als Haupt- oder als Unterzähler dient, spielt für das Auslesen keine Rolle.
Wie viele Standorte lassen sich in einem Dashboard zusammenführen?
Die Werte mehrerer Standorte erscheinen gemeinsam in einer Ansicht. Ein Gerät deckt in der Regel ein Objekt ab, auch wenn dieses mehrere Technikzentralen hat.
Muss ich eine Portfreigabe in der Firewall einrichten?
Nein, das Gateway baut die Verbindung selbst nach außen auf. Eine eingehende Portfreigabe ist nicht nötig, und das Gerät ist aus dem Internet nicht erreichbar.
Bleiben die Daten im Gebäude?
Mit ioventis Edge erfolgt die vollständige Auswertung im Gebäude, und Ihre Daten verlassen Ihr Netz nicht. Beim ioventis Gateway übertragen wir Ihre Werte verschlüsselt an die Plattform, auf der Auswertung und Dashboards laufen.
Funktioniert Energiemonitoring ohne Internetverbindung?
Ja, mit ioventis Edge, denn Edge kommt ohne Cloud-Anbindung aus. Das ioventis Gateway setzt dagegen eine Internetverbindung am Standort voraus.
Wie läuft die Installation ab?
Am Anfang steht die Aufnahme vor Ort. Danach montieren wir das Gerät im Technikraum oder Schaltschrank und binden die Zähler an. Das Gerät richten wir vorab auf Ihr Objekt ein, sodass es nach dem Anschließen ohne weitere Konfiguration arbeitet.
Lassen sich auch andere Anlagen anbinden?
Ja, neben Zählern lassen sich Heizung, Lüftung, Kälte, Beleuchtung und eine vorhandene Gebäudeleittechnik anbinden. Zur Wartung nach Zustand statt nach Kalender gibt es einen eigenen Anwendungsfall.
Was kostet Energiemonitoring für mehrere Standorte?
Das hängt von der Zahl der Standorte, den vorhandenen Zählern und nötigen Nachrüstungen ab. Komponenten, Feldverkabelung und Nachrüstung weisen wir im Angebot gesondert aus. Grundlage ist die Aufnahme vor Ort.
Energiemonitoring für Ihre Standorte besprechen
Wahrscheinlich hängt in einem Ihrer Schaltschränke schon ein Zähler, dessen Schnittstelle niemand nutzt. Ob Ihre Zähler Daten liefern und wie sich Ihre Standorte zusammenführen lassen, klären wir mit Ihnen in einem Gespräch. In einer Demo zeigen wir Ihnen das Dashboard, die Ansicht arbeitet mit simulierten Werten.
Nehmen Sie dafür Kontakt auf.
Demo anfragen.